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Vernissage - Wie der Strom nach Mellingen kam

Historische Ausstellung zu 105 Jahren Stromversorgung im Weimarer Land

Mellingen. (2.5.2012) Vor 105 Jahren, im Sommer 1907, brannten in Mellingen (Weimarer Land) zum ersten Mal elektrische Lampen in den bis dahin nur mit rußenden Ölfunzeln beleuchteten Bauernhäusern. E.ON Thüringer Energie erinnert an die Anfänge der systematischen Elektrifizierung der Gemeinden im Weimarer Land mit einer Ausstellung, die am Freitag, dem 4. Mai 2012, 17 Uhr, feierlich in der Kinder- und Jugendgalerie in der „Alten Schule“ (Schulgasse) in Mellingen eröffnet wird. Präsentiert werden viele zuvor noch nie gezeigte Fotos, historische Unterlagen und Ausstellungsstücke zur Stromgeschichte in der Region um Weimar. Die Exponate stammen von Mellinger Bürgern und dem Elektromuseum Erfurt.

Zu sehen ist die aufschlussreiche Exposition „105 Jahre elektrisches Licht in Mellingen“ zwei Wochen lang bis zum 20. Mai. Die Ausstellungsräume stehen an Werktagen von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr für Besucher offen. Am Wochenende und an Feiertagen ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Auf Wunsch sind nach telefonischer Anmeldung auch Führungen möglich – Tel. 036453 / 80222, Ansprechpartner ist Herr Hildebrandt. Der Eintritt ist frei.

Mahlmühle Oberweimar liefert den Strom

Erzeugt wurde der Strom für die Orte Mellingen, Taubach, Köttendorf und Ehringsdorf – die alle nahezu gleichzeitig ans Netz kamen - vor über 100 Jahren im nahe gelegenen Oberweimar. Der Ingenieur Walter Koeppe hatte dort bereits 1904 in der Mahlmühle eine Überlandzentrale zur Stromversorgung aufgebaut. Zu Beginn wurde mit einer 35-PS-Turbine aus Wasserkraft Gleichstrom erzeugt. Wenig später versahen bereits große Dampfmaschinen der Erfurter Maschinenbaufirma Trenck ihren Dienst - sowohl zur Drehstrom- als auch zur Gleichstromerzeugung. Das Unternehmen „Elektrizitätswerk Oberweimar Überlandcentrale G.m.b.H“ lieferte zu diesem Zeitpunkt Lichtstrom für 50 Pfennig pro Kilowattstunde an seine Kunden, Kraftstrom kostete 20 Pfennig. Der Mellinger Gemeindevorstand hatte am 29. Januar 1907 den Konzessions- und Stromliefervertrag mit dem Unternehmen unterzeichnet – der erste Strom floss noch im gleichen Jahr. Bereits zwei Jahre später wurden von Oberweimar aus schon 24 Orte mit Strom versorgt – 1915 waren bereits 148 Ortschaften am Netz.

Nach der politischen Wende wurde das Stromnetz von Mellingen schrittweise und umfassend modernisiert und dabei die Verkabelung der Freileitungen intensiviert. Eine Reihe von Trafostationen entstanden neu. Im Jahr 2009 erfolgte mit der 20-kV-Umstellung im Netzbereich der beiden Umspannwerke Blankenhain und Weimar-Süd auch die Spannungsumstellung für Mellingen und der angrenzenden Netzbereiche. Die Störanfälligkeit konnte durch die umfangreichen Modernisierungen deutlich gesenkt werden. Nicht umsonst haben E.ON Thüringer Energie und ihre Vorgängerunternehmen seit der Wende rund 4,5 Milliarden Euro in die Sicherheit und Stabilität ihrer Netzanlagen in Thüringen investiert. Mittelspannungs- und Ortsnetz von Mellingen und Köttendorf sind heute in das fast 40.000 Kilometer lange Stromnetz des Unternehmens sicher und zuverlässig eingebunden.


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